Deutsche Kleinstädte mit Welterbestätten

Innerhalb Deutschlands gibt es vielerorts alte Denkmäler, Bauwerke sowie Naturregionen und Sehenswürdigkeiten, die auch von der UNESCO-Organisation der Vereinten Nationen als schützenswert angesehen werden. Einige davon befindet sich nahe der folgenden Kleinstädte:

Füssen

Die Kleinstadt Füssen liegt im Südwesten Bayerns in unmittelbarer Nähe zur österreichischen Grenze. Allein schon wegen der atemberaubenden Landschaft der Region im Ostallgäu ist die Stadt immer einen Besuch wert. Und nicht ohne Grund wird das von Urlaubern viel bereiste Fernstraßennetz, das durch das Gebiet führt, als Romantische Straße betitelt. Füssen selbst liegt außerdem an der alten Römerstraße Via Claudia Augusta, über die die Römer aus Norditalien nach Deutschland kamen. Die Region um Füssen nennt sich Königswinkel. Und es wurde bereits mehrfach beantragt, einige darin befindliche Schlösser und Burgen wie beispielsweise das weltberühmte Schloss Neuschwanstein in das UNESCO-Welterbe aufzunehmen. Doch leider blieb dies bis heute vergebens.

Bad Ems

Die Kleinstadt Bad Ems im Nordosten der Rheinland-Pfalz gehört zu den meist bedeutenden und größten Kurstätten Europas. Deshalb wurde sie auch zusammen mit Baden-Baden und Bad Kissingen in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Zudem wurde die Stadt Bad Ems offiziell als Heilkurort anerkannt. Schon die alten Römer wussten um die heilsamen Wirkungen der natürlichen Quellen und errichteten dort erste Bäder. Und die Spuren ihres Wirkens sind in Bad Ems auch heute noch immer sichtbar.

Lübbenau

Lübbenau liegt im Bundesland Brandenburg etwa 80 Kilometer südöstlich der deutschen Hauptstadt Berlin. Die Kleinstadt Lübbenau befindet sich inmitten des Biosphärenreservat Spreewald. Und dieses wurde als Weltnaturerbe unter die Schirmherrschaft der UNESCO gestellt. Von Einheimischen wird Lübbenau wegen ihres markanten Stadttores auch gern als das Tor zum Spreewald bezeichnet. Die unzähligen und endlos langen Wasserstraßen, die sich durch die Spreewaldregion ziehen, sind ebenso berühmt wie die köstlichen eingelegten Spreewald-Gurken. Naturliebhaber und Kanufahrer kommen in Lübbenau garantiert auf ihre Kosten, denn die Bootsfahrt gilt im Spreewald als die beste Fortbewegungsart.

Fünf malerische deutsche Kleinstädte

Jährlich zieht es Millionen Reisende in die verschiedensten Regionen Deutschlands. Neben den Großstädten wie Hamburg, Berlin oder München gehören auch einige weniger bekannte Kleinstädte zu den Hauptzielen der internationalen Städtereisenden. Dies ist eine Auswahl der schönsten deutschen Kleinstädte:

Rothenburg ob der Tauber

Die mittelfränkische Stadt Rothenburg liegt im Westen Bayerns an der Grenze zu Baden-Württemberg. Sie zählt zu den Städten Deutschlands, in denen es gelungen ist, den ursprünglichen Charakter trotz der baulichen Veränderungen, die im Laufe der Jahrhunderte geschahen, weitestgehend zu erhalten. Eine der Hauptattraktionen ist die pittoreske Altstadt mit den Fachwerkhäusern und ihrem mittelalterlichen Ambiente. Zudem sind auch noch große Teile der Stadtmauern samt Toren und Wachtürmen vorhanden.

Rüdesheim am Rhein

Die Stadt Rüdesheim am Rhein befindet sich in Hessen. Rüdesheim ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und bekannt für ihre vielen altertümlichen Bauwerke und Denkmäler. Als besonders sehenswert gilt die Ruine der Burg Ehrenfels, die in einer einzigartigen Lage in unmittelbarer Ufernähe liegt. Aufgrund der besonderen Lage inmitten des deutschen Rheintals zieht es speziell die Weinliebhaber nach Rüdesheim. Ein Geheimtipp für Besucher der Weinstadt ist die mittelalterliche Brömserburg, die auch das örtliche Weinmuseum beherbergt.

Meersburg

Meersburg befindet sich im Südwesten Baden-Württembergs am Nordufer vom Bodensee. Teile der namensgebenden Burgfestung liegen etwa hundertfünfzig Meter vom Ufer entfernt und sind in jedem Fall einen Besuch wert. Heute ist Burg Meersburg ein mittelalterliches Burgmuseum. Außerdem beherbergt sie in den Gemäuern ihres Barocksaals ein gemütliches Café. Eine weitere historische Sehenswürdigkeit ist die Altstadt von Meersburg – ein verträumter Ort zum Spazierengehen und Verweilen.

Mölln

Mölln liegt im Südosten Schleswig-Holsteins in der Nähe des Elbe-Lübeck-Kanals. Ihr berühmtester Bürger war der sagenumwobene Till Eulenspiegel. Die Kleinstadt befindet sich in einer Umgebung aus Flüssen, klaren Seen und Wäldern. Sie gilt zudem nicht allein wegen ihrer Nähe zur Natur als ausgesprochen idyllisch. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Altstadt, in der sich auch die St.-Nicolai-Kirche und das gotische Rathaus befinden sowie der gepflegte Kurpark Mölln mit seiner Liegewiese und dem Spielplatz.

Worpswede

Die niedersächsische Gemeinde Worpswede befindet sich etwa 30 Kilometer nordöstlich von Bremen. Das verschlafene Örtchen ist vor allem dafür bekannt, dass sich dort einige der angesehensten Künstler des Jugendstils, des Impressionismus sowie des Expressionismus niederließen. Maler und Malerinnen wie Paula Modersohn-Becker sowie Fritz Mackensen und Heinrich Vogeler lebten und arbeiteten dort. Aber auch der berühmte Dichter Rainer Maria Rilke schwärmte von der Schönheit der ländlichen Moorlandschaft.

Der Reiz kleiner Städte

Viele Menschen finden es reizvoller, in Kleinstädten zu leben als in Dörfern oder Großstädten. Die allgemeinen Gründe dafür liegen auf der Hand. In kleinen Städten gibt es generell mehr Unternehmungsmöglichkeiten als in Dörfern und gleichzeitig hat auch eine moderate Bevölkerungsdichte immer mehrere Vorteile. Selbstverständlich ist nicht jede Kleinstadt automatisch attraktiv, nur weil sie aufgrund ihrer geringen Einwohnerzahl per Definition als solche bezeichnet werden darf. Denn in der Regel sind es mehrere Faktoren, die Menschen dazu bringen, sich für ein Leben in einer Kleinstadt zu entscheiden.

Geografische Lage

Der Charakter einer jeden Stadt wird für einen Großteil durch ihre geografische Lage geprägt. Die schönsten deutschen Kleinstädte liegen beispielsweise in guter Entfernung zu den dichter besiedelten Ballungszentren. Sie befinden sich oft in recht begrünten Zonen zwischen den ländlichen Regionen und bieten Anbindung und Nähe zu anderen schönen Orten. Nicht selten gibt es auch unmittelbare Berührungspunkte zur Natur und Naherholungsgebieten. Mancherorts sind die landschaftlichen Umgebungen der Kleinstädte sogar ausgesprochen idyllisch. Ein weiterer häufiger Grund, weshalb Menschen bestimmte Kleinstädte bevorzugen, ist das dort vorherrschende angenehme Klima. Bei ländlichen Kleinstädten kommt die höhere Luftqualität hinzu.

Sicherheit und Wohnqualität

Der Sicherheitsfaktor ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Diesbezüglich sind separate Kleinstädte den Großstädten und ihren Vorstadtregionen klar überlegen. In Kleinstädten ist die Kriminalitätsrate durchschnittlich niedriger. Und Kleinstädte sind aufgrund ihrer relativ niedrigen Einwohnerzahlen im Bereich zwischen 5.000 und 20.000 gewissermaßen wie etwas größere Dörfer. Und im Durchschnitt sind die Wohnräume in Kleinstädten auch großzügiger und bezahlbarer als in Großstädten. Zwar kennt nicht jeder jeden, aber eine Sozialisierung ist dort leichter möglich als in den anonymeren Großstädten. Diesbezüglich sind Kleinstädte auch eindeutig die besseren Orte, um Kinder großzuziehen. Deshalb fällt die zweite Wahl vieler junger Familien auch auf das Leben in der Kleinstadt, wenn es keine vernünftige Möglichkeit gibt, den Sprösslingen stattdessen ein besseres, wohlbehütetes Leben auf dem Lande zu ermöglichen.

Wirtschaft und Bildung

Wirtschaftsstarke Kleinstädte haben im Vergleich zu Großstädten oder Dörfern einige Vorzüge. In vielen Kleinstädten ist das Beschäftigungsangebot größer und vielfältiger als in den umliegenden Dörfern. Kleinstädte sind auch gute Orte für die Grundsteinlegung einer Karriere. Daneben ist das Angebot an Bildungsmöglichkeiten in Kleinstädten auch ein gutes Argument. Es gibt mehr Schulen für Kinder und häufiger auch kleine Akademien für junge Erwachsene. Außerdem stehen meist auch mehr Kitas und Kindergärten zur Verfügung. Ein weiterer Punkt ist die Versorgung. Mit der Ausweitung der Wirtschaftsstruktur steigt häufig auch das Repertoire an Einkaufsmöglichkeiten.

Kultur- und Freizeitangebot

Für viele Menschen sind das größere und vielfältigere Kulturangebot sowie die umfangreichen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung wichtig. Erwiesenermaßen gibt es in Kleinstädten häufig mehr als ein Kino oder Theater. Und für gewöhnlich sind auch mehrere Gelegenheiten vorhanden, schwimmen zu gehen, entweder im Schwimmbad vor Ort oder einem See in der näheren Umgebung. Eine weitere Qualität vieler Kleinstädte, die auch mit der Nähe zur Natur einhergeht, ist die Möglichkeit, die Umgebung für Sport- und Wellness-Aktivitäten nutzen zu können. Viele Bewohner können in unmittelbarer Nähe ihrer Städte Fahrrad fahren oder wandern. Darüber hinaus herrschen in Kleinstädten, sofern eigene Gärten vorhanden sind, auch bessere Bedingungen für eine artgerechte Tierhaltung.